Historie
Diese Aufnahme muß kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges entstanden sein; es zeigt den Spielmannszug auf Höhe der alten Schule in Stirpe (Hintergrund) mit drei Flötisten und zwei Trommlern. Im Hintergrund ein SS-Standartenführer eingereiht inmitten der Schützen.
Niemand weiß ganz genau, wann diese zeithistorische Aufnahme ( entstanden ist. Sollte hierzu jemand nähere Informationen haben, würden wir uns über eine kurze Mitteilung freuen.
Vorsitzende des Vereins:
| Name: | von: |
| Wilfried Klocke | 1952 - 1955 |
| Johannes Frickenstein | 1955 - 1970 |
| Theodor Knoop | 1970 - 1979 |
| Georg Knoop | 1979 - 1980 |
| Theodor Knoop | 1980 - 1984 |
| Theo Frickenstein | 1984 - 1987 |
| Franz Knoop | 1987 - 1991 |
| Manfred Becker | 1991 - 1993 |
| Franz Knoop | seit 1993 |
Tambourmajore des Vereins:
| Wilfried Klocke | 1952 - 1955 |
| Johannes Frickenstein | 1955 - 1980 |
| Franz-Josef Kuschel | 1980 - 1981 |
| Günther Lennert | 1981 - 1988 |
| Theo Frickenstein | 1988 - 1994 |
| Jürgen Ruckebier | 1994 - 1996 |
| Theo Frickenstein | 1996 - 1999 |
| Jürgen Ruckebier | seit 1999 |
Historie Text
Rückblick auf die Geschichte des Spielmannszuges Stirpe e.V.1922
Der Spielmannszug Stirpe wurde gegründet vor genau einem dreiviertel Jahrhundert, also im Jahre 1922. Die Gründungsmitglieder waren damals Josef Eickenbusch, Anton und Franz Trockel, Franz Knoop-Rose und Heinrich Toll.
Schon damals war die „Knüppelmusik Stirpe“ instrumental allerbestens ausgestattet. Mit zwei Flöten und einer Trommel konnte jedoch noch nicht kräftig auf die Pauke gehauen werden. Nichts desto Trotz kannte schon damals der musikalisch Ehrgeiz keine Grenzen, denn Ihre Vorbilder waren Militärmusiker, welche damals in Stirpe Quartier bezogen hatten. Schnell sprach es sich herum und schon bald standen weitere, musikbegeisterte Kameraden zur Seite.
Franz Knop, Gustav Kuhtrieb, Franz Lönne, Leo Schilling und Willi Wübbe, schlossen sich dem jungen Verein an. Schon kurze Zeit später folgten die ersten Auftritte bei Stirper Schützenfesten.
Damals trug man an Uniformen schwarze Jacken, an die die berühmten Schwalbennester selbst angenäht wurden. Bald schon wurde die Knüppelmusik zu auswärtigen Festen verpflichtet. Der erste dieser Auftritte fand bereits vor 70 Jahren in Böckum-Norddorf statt.
Die Kriegswirren bereiteten dem jungen Verein leider ein vorläufiges Ende. Nicht untergegangen war jedoch die Begeisterung für die Spielmannsmusik, so daß Franz Lönne vor 45 Jahren, im Jahre 1952, eine neue Formation aufstellen konnte.
Der Wiederbeginn gestaltete sich recht schwer. Woher sollte man erneut die teuren Instrumente organisieren? Es fehlte zwar nicht an Idealismus und Begeisterung, jedoch an Mitteln für Trommeln und Flöten. Eine normale Holzflöte kostete 1952 bereits 15,- DM. Dafür mußte damals ein Maurergeselle 15 Stunden hart arbeiten.
Notgedrungen mußten also für die Proben , Stühle als Trommeln herhalten. Vermutlich rührte aus dieser Zeit die lustige Angewohnheit des mitlerweile verstorbenen Trommlers Heinrich Menning, regelmäßig beim Stück „Tochter Zion“, zum Stuhl, als Paukenersatz zu greifen.
Die erste Pauke wurde kurz vor dem Schützenfest 1952 angeschafft und der erste Paukenschläger war Helmut Holle. Sie kostete, einschließlich eines Beckenpaares, 250,- DM und wurde einen Tag vorm Schützenfest, von zwei Kameraden aus Münster, abgeholt. Da es zur damaligen Zeit in Stirpe kaum Autos gab, machten sich zwei Kameraden mit dem Motorrad auf den Weg und das bei strömenden Regen. Der eine fuhr, der andere hatte die Pauke auf dem Rücken . Ein Bild für die Götter!
Als sie dann endlich, nach dieser kuriosen Überlandfahrt, in Stirpe eintrafen, waren die beiden naß, bis auf die Knochen, die Pauke voller Regenwasser und das Motorrad heillos überladen.
Während heute in der Grundschule in geheizten Räumen und ohne Publikum geprobt werden kann, mußten in den ersten Jahren Flötentöne und Trommelwirbel, bei Vogels im alten Stall, eingeübt werden. Kühe und Schweine stellten die Zuhörerschar, die nie mit lautstarken, kritischen Kommentaren sparte.
Gerade an diese Zeit und an die „harte“ Ausbildung unter den gedienten Militärmusikern Franz Lönne und Gerd Kilian, denken noch heute, die aktiven und besonders die ehemaligen aktiven Spielkameraden, recht gern zurück.
Zur Unterstützung der aktiven Musiker fanden sich gleich bei der Wiedergründung Idealisten,
die als passive Mitglieder den Spielmannzug tatkräftig förderten. Zu diesen Männern der ersten Stunde gehörten in erster Linie Adolf Fiedler, Heinrich Knop-Flocke und Theo Stratmann.
1967 führte unser Verein ein Preisschießen durch. Von dem Erlös wurden die ersten grünen Uniformen angeschafft und zwei Jahre später die erste Lyra. 15 Jahre danach, zum Schützenfest 1984, marschierte der Spielmannszug erstmals mit 4 Lyren aus.
Die folgenden Jahre wurden hauptsächlich zur Verbesserung des Spielens, zur Erweiterung des Repertoires und zur stetigen Ausbildung junger Musiker genutzt. So konnte der Spielmannszug Stirpe in den Jahren 1977 bis 1979 über 25 junge Musiker bei den wöchentlichen Proben Montag abends in den Klassenräumen der neuen Schule begrüssen. Eine umwahrscheinliche Belebung aber auch Bürde, die sich die „Alten“ zur Aufgabe gemacht haben.
Stolzes Ergebnis war der 1. Jugendspielmannszug im Kreis unter Obhut von Friedhelm Vogel und Jürgen Menning sowie unter der Leitung von Dirk Brinkbäumer. Einzelne Auftritte zu entsprechenden Anlässen gaben den „jungen Wilden“ ausreichend Zeit zur Erprobung und dennoch hat es nur ein einziges Mal dazu gereicht, das der Spielmannszug Stirpe mit der „Alten Garde“ als Hauptkapelle sowie den Jungmusikern vor der 2. Kompanie gleich zwei Züge im Umzug stellen konnte. Rosige Aussichten zu Beginn der 80er Jahre.
Zwei Wochen vor dem Schützenfest 1981, verstarb plötzlich und unerwartet, unser damaliger Tambourmajor Hans Frickenstein, der 27 Jahre lang den Spielmannszug Stirpe als Stabführer angeführt hatte. Dieses traurige Ereignis war für alle dem Spielmannszug Stirpe Verbundenen
ein herber Rückschlag.
Jedoch mußte es irgendwie weitergehen und so stand seinerzeit Franz-Josef Kuschel sofort Gewehr bei Fuß und übernahm uneigennützig die Verantwortung. In Zusammenarbeit mit unserem damaligen ersten Vorsitzenden und heutigem Ehrenvorsitzenden Theo Knoop sowie die für die Nachwuchsarbeit stark eingespannten Friedhelm Vogel sen. und Jürgen Menning konnte man die gesteckten Ziele weiter verfolgen.
In den Folgejahren wurden die Lasten im Verein mehr und mehr in jüngere Hände gelegt und auch die Aktivitäten des blühenden Vereins richteten sich dementsprechend aus. Ausflüge und Wandertage mit Jung und Alt rundeten die musikalischen Auftritte, die der Verein im Jahresplan hatte, ab.
Hierzu zählten die Feste in Ebbinghausen, wo der Spielmannszug seit den 60er-Jahre aufspielen durfte sowie die Feste in Erwitte bei den Handwerkern, Junggesellen sowie den Männerschützen. Auch hier musizierten die Stirper Musiker bereits seit Jahren.
Zu Beginn der 90er Jahre kamen dann Auftritte in Benninghausen sowie ein Kurzintermezzo im Lippstädter Süden hinzu. Kinder-, Frühlings-, Sommer- und sonstige Feste rundeten die Verpflichtungen des Korps ab.
Im März 1990 revolutionierte der Musikzug ihr äußeres Erscheinungsbild. Unter dem Vorsitz vom Vorsitzenden Becker und der maßgeblichen Mitwirkung der Aktiven Markus Buschkühle und Dieter Klaus wurde ein neues Wappen entworfen, das schon bald die Uniformen und Hemden der Spielkameraden zierte. Es zeigt im oberen Teil die alte Dorfkapelle und im unteren Teil das bekannte Stirper Wappentier, die Gans, diagonal durch die „Mühlenbieke“ getrennt.
Am 22.Juni 1996 richteten wir das 1. „Spiel ohne Grenzen“ aus, wovon alle teilnehmenden Teams und auch die Zuschauer begeistert waren. Zum festen Bestandteil unseres Vereinslebens gehörte seit November 1979 das traditionelle Hammelessen, das alljährlich unseren Jahresabschluß bildete, und gleichzeitig ein Dankeschön an alle Spielkameraden mit Ehefrauen und Freundinnen darstellt, zum festen Bestandteil im Veranstaltungskalender.
Heute verfügt der Spielmannszug über knapp 150 Mitglieder, die sich in 44 Aktive und 120 Passive aufteilen. Als 1. Vorsitzender fungiert Franz Knoop und als Tambourmajor Jürgen Ruckebier. Den nötigen Feinschliff verpaßt uns unser Übungsleiter Markus Buschkühle, der die Philosophie von Ehrenausbilder Erich Drebber aus Bettinghausen nahltlos fortzusetzen versucht.
Im Laufe des Jahres spielen wir auf verschiedenen Schützenfesten innerhalb unserer Nachbargemeinden. Die meisten Auftritte jedoch, haben wir natürlich in unserem eigenen Dorf. Hier begleiten wir musikalisch jede Veranstaltung des Schützenvereins, wie unter anderem das Kinderschützenfest, den Martinszug, Volkstrauertag, Kreis- und Bundesschützenfeste.
Den Höhepunkt unserer Auftritte stellt allemal, unser dreitägiges Schützenfest in Stirpe dar.
Hieran kann man schon ersehen, daß die Angehörigen des Spielmannszuges Stirpe, durchaus von einem gesunden Schützengeist durchzogen sind.
Dieses schlägt sich insbesondere darin nieder, daß aus unseren Reihen, in den letzten 25 Jahren, insgesamt 10 Könige und zwei Königinnen hervorgingen.
Abschließend bleibt noch zu erwähnen, daß wir im Laufe der vergangenen Jahre zahlreiche Freundschaften zu anderen Vereinen knüpfen konnten, worauf wir natürlich mächtig stolz sind. Dies unterstreicht auch die Tatsache, das mit dem Tambourkorps Erwitte seit einigen Jahren ein gemeinsamer „Ehrfahrungsaustausch“ stattfindet und auch der Wunsch des ein oder anderen Vereins Gehör findet, dies hier und da stattfinden zu lassen.




